Mit ihrem vierten Studioalbum meldet sich die australische Ikone Courtney Barnett am kommenden Freitag zurück. Das Werk Courtney Barnett Creature Habit ist das Ergebnis einer tiefgreifenden persönlichen Umbruchphase. Nach dem Umzug von Australien nach Los Angeles und dem Ende ihres eigenen Labels stand Barnetts musikalische Zukunft kurzzeitig infrage. In der Einleitung dieses neuen Kapitels steht die Erkenntnis, dass Veränderung oft schmerzhaft, aber notwendig ist. Das Album Courtney Barnett Creature Habit nutzt diese Verwirrung als kreativen Treibstoff für zehn neue Songs. Die aktuelle Single „One Thing At A Time“ zeigt dabei eindrucksvoll die neue Richtung auf. Zusammen mit Flea am Bass kreiert Barnett einen Sound, der rauer und direkter ist als ihre bisherigen Arbeiten. Es ist ein Album für alle, die sich schon einmal selbst im Weg standen. Barnett beweist hier erneut, warum sie als eine der geschicktesten Texterinnen unserer Zeit gilt.
Die Single „One Thing At A Time“: Ein fünfminütiges Epos
Der neueste Vorbote des Albums ist weit mehr als nur ein gewöhnlicher Indie-Song. „One Thing At A Time“ beginnt als nervöser, treibender Track, der Barnetts innere Unruhe perfekt vertont. In der Mitte des Stücks vollzieht sich jedoch eine musikalische Wandlung hin zur absoluten Freiheit. Nach der zentralen Zeile „I’m ready for a change“ bricht Barnett in ein euphorisches Gitarrensolo aus. Ganze drei Minuten lang feiert sie ihre instrumentale Virtuosität und befreit sich von den Schatten der Vergangenheit. Regisseur Lance Bangs fängt diese Energie im begleitenden Musikvideo meisterhaft ein. Der Song zeigt, dass Barnett bereit ist, ihre Komfortzone endgültig zu verlassen. Die Zusammenarbeit mit Flea verleiht dem Stück zudem eine erdige, funkige Note, die perfekt zum neuen Lebensgefühl in Kalifornien passt.

Von Melbourne nach L.A.: Der Sound der Veränderung
Courtney Barnetts Karriere war schon immer von einer besonderen Beobachtungsgabe geprägt. Seit ihrem Durchbruch im Jahr 2015 hat sie den Alltag in faszinierende Indie-Hymnen verwandelt. Doch auf Courtney Barnett Creature Habit wirkt ihr Blick geschärfter und emotionaler. Die Schließung von Milk! Records markierte das Ende einer Ära, doch L.A. bot ihr den Raum für eine radikale Selbstreflexion. Songs wie „Mantis“ oder „Sugar Plum“ haben bereits angedeutet, dass dieses Album mutiger mit Dynamiken spielt. Courtney Barnett verarbeitet hier das Gefühl der Entwurzelung und findet gleichzeitig eine neue Heimat in ihrem Sound. Es ist die konsequente Weiterentwicklung einer Künstlerin, die sich weigert, auf der Stelle zu treten. Die Produktion klingt dabei so organisch, als säße man mit ihr direkt im Proberaum.
Ausblick: Die „Creature of Habit“ Welttournee
Nach der Album-Veröffentlichung am 27. März zieht es Barnett direkt wieder auf die Straße. Ab Mai wird sie die neuen Songs live in den USA präsentieren, beginnend in Austin. Shows in legendären Venues wie in Nashville oder Brooklyn stehen fest auf dem Plan. Für ihre Fans sind diese Konzerte legendär, da Courtney Barnett live eine Energie entfaltet, die auf Platte kaum einzufangen ist. Besonders das ausgedehnte Finale der neuen Single verspricht live einer der Höhepunkte der Setlist zu werden. Ob sie im Herbst auch nach Europa kommt, ist die große Frage der Kölner und Berliner Fans. Bis dahin bleibt uns die Vorfreude auf ein Album, das den Indie-Rock im Jahr 2026 maßgeblich prägen wird.
Courtney Barnett Creature Habit: Neues Album & Single 2026